NDIR-Sensor: Prinzipien, Technologien und Anwendungen

25.05.2026
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In zahlreichen Industrieanlagen (Ölplattformen, Chemieanlagen, Erdgastransport und Energieerzeugungsanlagen) stellen unsichtbare Gase ein permanentes Risiko dar. Eine ungeeignete Auswahl der Sensortechnik oder eine fehlerhaft ausgelegte Installation haben schwerwiegende Folgen für die Sicherheit, die Umwelt und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Unter den verfügbaren Lösungen hat sich die sogenannte NDIR-Sensortechnologie („Non Dispersive Infrared“) als zuverlässige, robuste und bewährte Methode zur Detektion bestimmter Zielgase etabliert. Dieser Artikel richtet sich an Experten, die sich über NDIR-Sensoren informieren möchten, um deren Funktionsweise, Vorteile, Grenzen sowie geeignete Einsatzbereiche zu verstehen, insbesondere im Kontext der Lösungen von Teledyne Gas & Flame Detection.

Was ist ein NDIR-S​​ensor und wie funktioniert er?

Der Begriff „NDIR-Sensor“ bezeichnet eine Sensortechnologie, die auf dem Prinzip der Infrarotabsorption durch Gasmoleküle in charakteristischen Wellenlängen basiert. Vereinfacht ausgedrückt wird infrarotes Licht durch eine Gasprobe geleitet und die Intensität des im Sensor ankommende Licht wird gemessen. Je höher die Konzentration des Zielgases ist, desto stärker ist die Absorption und desto geringer ist die durchgelassene Lichtintensität. Diese Beziehung folgt dem Lambert-Beer-Gesetz.

Ein NDIR-Sensor besteht in der Regel aus mehreren Komponenten:

  • einer breitbandigen Infrarotquelle (Lampe, IR-LED oder MEMS-Mikroemitter)
  • einer Messzelle, durch die das Gas bzw. die Umgebungsluft strömt
  • einem optischen Filter oder einem Mehrkanal-Detektionsmodul, das nur die charakteristische Absorptionswellenlänge des Zielgases durchlässt
  • einem Infrarotdetektor zur Messung der übertragenen Intensität

Zu den wesentlichen Stärken der NDIR-Technologie zählen:

  • hohe Langzeitstabilität, da keine chemischen Reagenzien verbraucht werden
  • die Möglichkeit, sehr niedrige Konzentrationen (ppm oder % UEG) je nach Systemarchitektur zu messen
  • sehr kurze Ansprechzeiten des Sensors, die eine unmittelbare Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen ermöglichen
  • geeignet für den Einsatz in inerten Atmosphären, wodurch sie sich für Anwendungen eignet, in denen katalytische Sensoren nicht eingesetzt werden können

Demgegenüber stehen auch Einschränkungen, insbesondere die gasspezifischen Wellenlängen, wodurch die Technologie nicht universell als Multigaslösung einsetzbar ist. Diese Aspekte sind bei der Auswahl eines Detektors oder eines Systems mit NDIR-Sensor zu berücksichtigen.

Stärken, Anwendungen und Produkte von Teledyne Gas & Flame Detection

Technische Vorteile v​​​​on NDIR-Sensoren

Ein für professionelle Anwendungen ausgelegter NDIR-Sensor bietet mehrere klare Vorteile:

  • hohe Messgenauigkeit für Gase, die mit anderen Technologien schwer detektierbar sind, beispielsweise Kältemittel oder inerte Gase in bestimmten Umgebungen
  • erhöhte Lebensdauer durch den geringen Anteil an Verschleißteilen im Vergleich zu elektrochemischen Sensoren
  • Industrietauglichkeit mit ATEX- und IECEx-zertifizierten Varianten für explosionsgefährdete Bereiche aus dem Teledyne Gas & Flame Detection Produktportfolio
  • einfache Integration in umfassende Sicherheitsarchitekturen mit Kommunikationsschnittstellen, Überwachungssystemen und Wartungskonzepten

Typische industrie​​​​lle Anwendungen

  • in Öl- und Gasanlagen zur Detektion von Methan oder Kohlenwasserstoffen, insbesondere dort, wo katalytische Sensoren eingeschränkt eingesetzt werden können, etwa durch hohe Wartungsanforderungen oder korrosive Umgebungen
  • im Energiesektor, beispielsweise bei Erdgas oder Biomethan, sowie in Prozessanlagen, in denen die Überwachung von CO₂ oder leichten Kohlenwasserstoffen kritisch ist
  • in Wasseraufbereitungs- oder Abfallbehandlungsanlagen, in denen bestimmte Gase kontinuierlich und zuverlässig überwacht werden müssen

Praxisbeispi​​el von Teledyne Gas & Flame Detection

Die von Teledyne Gas & Flame Detection eingeführte Produktreihe OLCT100XPIR deckt die Detektion brennbarer und toxischer Gase mittels NDIR-Technologie für stationäre Anwendungen ab.

Diese Geräte zeigen, wie die NDIR-Technologie in anspruchsvollen industriellen Umgebungen eingesetzt werden kann. Mit einem NDIR-Sensor aus dieser Produktreihe erhalten Sie eine einsetzbare Lösung, die auf Installationsanforderungen und industrielle Sicherheitsstandards abgestimmt ist.

Best Practices für Integrat​​ion und Wartu​​ng

Um das volle Potenzial eines NDIR-Sensors in einem Detektionssystem auszuschöpfen, sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Identifikation des zu detektierenden Gases (Methan, CO₂, Kohlenwasserstoffe, Freone) und Sicherstellung der optischen Kompatibilität
  • Bewertung der Umgebungsbedingungen, da Staub, Nebel, Rauch oder Feuchtigkeit das IR-Signal beeinflussen und Messwertabweichungen verursachen können
  • Einrichtung eines regelmäßigen Wartungs- und Kalibrierprogramms gemäß Herstellervorgaben und Regelwerken, insbesondere zur Reinigung optischer Komponenten und Überprüfung der Kalibrierung
  • Sicherstellung der Systemintegration mit geeigneten Schnittstellen und Überwachungslösungen (4-20 mA, HART, Modbus), inklusive Alarmmanagement und Wartungsprozessen

Die Wahl von Teledyne Gas & Flame Detection als Anbieter stellt sicher, dass diese Aspekte bereits im Produktdesign berücksichtigt sind. Dennoch bleiben Installation und Betrieb entscheidende Verantwortungsbereiche des Betreibers.

Fazit

NDIR-Sensoren sind heute eine zentrale Technologie in industriellen Gasdetektionssystemen. Die Präzision, Robustheit und Eignung für anspruchsvolle Anwendungen machen diese zu einer bewährten Lösung. Wie bei jeder Technologie hängt die Leistungsfähigkeit jedoch maßgeblich von korrekter Integration, Kalibrierung und Wartung ab. Für Fachanwender, die eine zuverlässige Lösung suchen, stellt das NDIR-Portfolio von Teledyne Gas & Flame Detection eine solide Wahl dar.

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